Welche Potentiale bietet das Smartphone im Schulunterricht?

1. Einleitung

„Die Umbrüche, die wir erleben, sind tiefgreifend – technisch ebenso wie gesellschaftlich“; diesem Zitat von Carsten Brosda (2016: 271) wird wohl jeder zustimmen, der sich mit den Entwicklungen der letzten Jahrzehnte befasst. Einen großen Einfluss auf die technischen und gesellschaftlichen Veränderungen haben dabei digitale Technologien. Sie verändern das Leben in der modernen Welt grundlegend und unwiderruflich und beeinflussen die Art und Weise unseres Handelns, Kommunizierens, Lernens und Arbeitens in einer Form, wie es noch vor wenigen Jahrzehnten unvorstellbar war (vgl. Belwe & Schulz 2014: 7). Dabei führen die schnellen Veränderungen dazu, dass junge Generationen durch die jeweils aktuellen Medien auf andere Art und Weise sozialisiert werden als die vorherigen Generationen (vgl. ebd. 7). Die derzeit in den Schulen sitzende Generation (Die sogenannte Generation Z) macht unter anderem aus, dass sie nicht nur mit dem Internet, sondern auch mit Smartphones aufgewachsen ist und die Möglichkeiten dieser Technologie als selbstverständlich wahrnimmt (vgl. ebd. 8). Da das Smartphone für sie ein natürlicher Bestandteil der Lebenswelt ist, möchte man meinen, dass diese Technologie auch in den Schulen aufgegriffen wird. Nicht nur birgt es viele Potentiale zum Lernen, auch der verantwortungsbewusste Umgang mit ihm ist nicht selbstverständlich (vgl. Gatterer 2013: 10). Die Schule müsste sich hier in der Verantwortung sehen, entsprechende Medienkompetenzen zu lehren. Den Bezugsrahmen stellt dabei die Kultusministerkonferenz 2016, in der beschlossen wurde, in Schulen vermehrt Medienkompetenzen mithilfe digitaler Technologien zu unterrichten (vgl. KMK 2016: 3). Doch die Schulen befinden sich bei dieser Entwicklung noch am Anfang. Eine entsprechende Einbindung digitaler Medien in den Schulunterricht ist bisher nicht erfolgt (vgl. Liesekötter & Karsch 2018: 108). Während über den sinnvollen Einsatz von Tablets, Smartboards und Laptops, sowie deren Infrastruktur und Finanzierung diskutiert wird, sind die mit mobilen Internet verbundenen Smartphones schon längst flächendeckend an Schulen angekommen, aufgrund von Verboten jedoch ungenutzt in die Taschen und Schulranzen der Schüler_innen verbannt. Aufgrund dieser Problematik möchte diese Arbeit untersuchen, welche Potentiale Smartphones zum Lernen im Schulunterricht bergen. Wegen der Kürze der Arbeit, wird die Fragestellung auf den Schulunterricht ab der 7. Klasse begrenzt, in dem auch meistens erstmals Taschenrechner und digitale Wörterbücher als Hilfsmittel eingesetzt werden dürfen (vgl. Nibis 2010: 1). Dazu wird zuerst untersucht, welche Bedeutung Smartphones für Jugendliche in einer digitalisierten Welt haben und welche Vorteile sie gegenüber anderen digitalen Technologien bieten, bevor anschließend der mögliche Einsatz der Geräte im Schulunterricht, unter Berücksichtigung des Bildungsauftrages  der Schule, diskutiert wird. Dazu werden nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile der Smartphone Nutzung aufgegriffen und die These aufgestellt, dass sich Schulunterricht mit dem Einsatz digitaler Technologien verändern muss. Im Fazit werden nach einer abschließenden Zusammenfassung zudem weitere Anregungen für weiterführende Arbeiten vorgestellt.

2. Hauptteil

2.1 Definition der Fachbegriffe

Effektiv bedeutet im Zuge dieser Arbeit, dass der Einsatz der Methode im Schulunterricht geeignet ist, um ein vorgegebenes Ziel zu erreichen (vgl. BRANZ 2009: 9). Der effektive Einsatz des Smartphones im Schulunterricht soll beabsichtigte Ziele, wie bestimmte Medienkompetenzen, erreichen.

Medienkompetenz umschreibt im weiten Sinne die Fähigkeit, Medien und ihre Inhalte kompetent zu nutzen, damit sie den eigenen Bedürfnissen und Zielen dienen (vgl. Schön 2020: 11). Medienkompetenzen sind neben Lesen, Rechnen und Schreiben zu einer wichtigen Kulturtechnik geworden (vgl. KMK 2012: 9). Medienkompetenzen können als Handwerkszeug gesehen werden, mit dem Schüler_innen Lebenssituationen bewältigen (vgl. Gatterer 2013: 24).  Digitalkompetenzen bauen auf Medienkompetenzen auf und sind speziell auf digitale Geräte, wie beispielsweise der Laptop, das Tablet und Smartphone konzipiert (vgl. KMK 2016: 16ff.). Medienkompetenz als Oberbegriff schließt damit Digitalkompetenzen mit ein.

Smartphones unterscheiden sich von herkömmlichen Handys äußerlich durch ihre Bedienung per kapazitiven Touchscreen, der eine Vielzahl an verschiedenen Inhalten und Interaktionen ermöglicht. Im Zusammenspiel mit sogenannten Apps (Applikationen) die je nach Bedarf auf das Gerät geladen werden können, wird das Smartphone zu einem Multifunktionsgerät, dass individuell konfiguriert und personalisiert werden kann (vgl. Gatterer 2013: 15).

2.2 Forschungsstand:

Die Bestandsaufnahme hinsichtlich des Themas Smartphones an Schulen fällt nicht sehr umfassend aus. Im Rahmen der durchgeführten Literaturrecherche wurden nur wenige Publikationen gefunden, wohl auch, da es sich noch um ein junges Forschungsgebiet handelt. Dazu kommt die erschwerte Lage der unterschiedlichen Schulformen und Trägerschaften von Schulen, sowie die nicht vorhandene Dokumentation von Medien im Bildungssystem (vgl. Aufenanger & Bastian 2017: 3). Studiendaten zeigen meistens die Verbreitung und Ausstattung, sowie Anwendungspraxen in der Freizeit der Jugendlichen. Etabliert hat sich hier die Jim-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest, die jährlich das Medienverhalten Jugendlicher zwischen 13-19 Jahren untersucht. Diskutiert wird zudem häufig das Gefahrenpotential der Geräte hinsichtlich Sucht, und Jugendgefährdender Inhalte, wie Gewaltdarstellung und Pornografie. Einen größeren Forschungsstand stellen Tablets an Schulen dar, wohl auch, da sie bereits flächendeckender im Unterricht eingesetzt werden. Auch zu Tablets an Schulen sind Daten jedoch rar gesät.

2.3 Verbreitung digitaler Medien bei Jugendlichen

Die  Jim-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes SüdWest untersucht seit 1998 jährlich das allgemeine Mediennutzungsverhalten der 12- bis 19-Jährigen in Deutschland. Auffallend ist die zunehmend allgegenwärtige Präsenz digitaler Medien im Leben Jugendlicher, besonders die des Smartphone. Praktisch jeder Haushalt besitzt mindestens ein Smartphone (99%), einen Computer bzw. Laptop (98%) und einen WLAN-Anschluss (98%), Tablet-PCs (63%) sind seltener anzutreffen (vgl. Jim-Studie 2019: 5).

Beim Gerätebesitz der Jugendlichen steht das Smartphone mit 93 Prozent Verbreitung ebenfalls an erster Stelle, 92 Prozent der Jugendlichen nutzen es täglich (vgl. ebd.: 7f.). Laptops oder Standkomputer besitzen 65 Prozent der Jugendlichen, Tablets 26 Prozent (vgl. ebd.: 7). Hinsichtlich der Geschlechter unterscheiden sich die Ausstattung bei den Smartphones nur gering (Mädchen: 95%, Jungen: 92%).  Größere Unterschiede gibt es hinsichtlich des Besitzes von Computer oder Laptop. Jungen besitzen deutlich häufiger einen Standcomputer (Mädchen: 12%, Jungen: 44%), Mädchen dagegen etwas häufiger einen Laptop (Mädchen: 54%, Jungen: 41%).

Die Jim-Studie 2019 unterteilt in vier Altersklassen: 12-13 Jahre, 14-15 Jahre, 16-17 Jahre und 18-19 Jahre. In Schulen sind Schüler_innen in der siebten Jahrgangsstufe durchschnittlich 13 Jahre alt. Smartphones besitzen in der Altersklasse 12-13 Jahre bereits 84 Prozent der Jugendlichen (vgl. ebd. 9).  Laptops besitzen in dieser Altersklasse dagegen nur 29 Prozent, Tablets 16 Prozent der Schüler_innen. In der Altersklasse 14-15 Jahre besitzen 93 Prozent der Jugendlichen ein Smartphone (Altersklasse 16-17 Jahre: 96%, Altersklasse 18-19 Jahre: 99%), Laptops und Tablets sind jedoch weiterhin nur bei weniger als der Hälfte der 14-15 Jährigen anzutreffen (vgl. ebd. 9). Mit einer Einführung von Smartphones in den Schulunterricht ab Jahrgansstufe sieben hätte damit die deutliche Mehrheit der Schüler_innen bereits theoretischen Zugriff auf ein eigenes Smartphone, ohne dass Geräte dazugekauft werden müssten. Eigene Laptops und Tablets haben dagegen nur die Minderheit der Schüler_innen, für den Schuleinsatz müssten deshalb deutlich mehr Geräte dazu gekauft werden.  

2.4 Vorteile von Smartphones gegenüber Tablets

Wie auch Tablets, zeichnen Smartphones eine Vielzahl an verfügbaren Apps, sowie die intuitive Bedienung über den Touchscreen aus (vgl. Aufenanger & Bastian 2017: 1). In Kombination mit einer hohen Mobilität, einer über den Tag anhaltenden Akkulaufzeit, eingebauter Kameras, GPS, Mikrofone und weiterem Sensoren, heben sich Tablet und Smartphone dabei von Laptops und Standcomputern hervor und eröffnen neue Möglichkeiten des Lernens, des sozialen Kontakts und kreativer Prozesse (vgl. KMK 2016: 3). Zwar haben Tablets im Unterschied zu Smartphones einen größeren Bildschirm, auf dem sich Inhalte besser darstellen und erzeugen lassen, doch hat das Smartphone den großen Vorteil der Mobilität, da es praktisch überall hin mitgenommen werden kann und mit seinem mobilen Internet ständig vernetzt ist. Wie kaum ein anderes Medium kann das Smartphone somit für außerschulisches Lernen dienen, neue Lernorte können erschlossen werden. Für Modelle situierten Lernens kann das Smartphone als mobiles Werkzeug zur eigenständigen Recherche und Zusammenführung von Informationen in verschiedensten Szenarien genutzt werden, Lehrende würden hier vom Wissensvermittler zum Lernprozessberater transformieren (vgl. Gatterer 2013: 29f). Nach Bachmair (2009: 206) sollte die Schule grundsätzlich Schüler_innenzentriertes Lernen fördern und die Partizipation am Wissenserwerb auch außerhalb der Schule ermöglichen. Als Kommunikationswerkzeug eignet sich das Smartphone darüber hinaus besonders zum Austausch, beispielsweise innerhalb des Klassenverbandes, kooperatives Lernen und arbeiten im Team kann so gelernt und gefördert werden.

Wie zuvor erläutert, sind Smartphones im Unterschied zu Laptops und Tablets bei der überwiegenden Mehrheit der Jugendlichen anzutreffen (vgl. Jim-Studie 2019: 7ff.). Bei Anwendung des derzeit verbreiteten Konzeptes Bring your own Device (BYOD), das vorsieht, dass Schüler_innen für den Schulunterricht mit digitalen Geräten ihre eigene Geräte mitbringen, müsste das Smartphone in deutlich weniger Fällen für die Schule nachgekauft werden als ein Laptop oder Tablet. Der zusätzliche Kauf von hunderttausenden von Geräten würde auch umwelttechnisch eine große Belastung darstellen, die es zu bedenken gilt. Ebenso wichtig ist wohl, dass viele Jugendliche eine enge Verbindung zu ihrem Smartphone spüren und es ein wichtiger Teil ihrer Alltagswelt ist (vgl. Gatterer 2013: 29). Hier könnten Schüler_innen ernstgenommen werden und eine Verbindung zwischen der Lebenswelt Schule und der Alltagswelt geschaffen werden. Stattdessen entstehen durch Smartphone Verbote an Schulen Konflikte zwischen Lehrer_innen und den Schüler_innen (vgl. ebd. 37). Schüler_innen fühlen sich daraufhin möglicherweise bei Themen digitaler Technologien distanziert vom Lehrpersonal. Bei Problemen in der digitalen Welt werden die Lehrer_innen seltener als helfende Personen gesehen und angesprochen. Durch fehlende Partizipation der Lehrer_innen in und an der digitalen Welt fallen Probleme und fehlende Medienkompetenzen der Schüler_innen weniger auf. Dabei stellt sich die Frage, was das Smartphone für die Jugendlichen ausmacht, dass es für sie so wichtig ist.

2.5 Das Smartphone als Werkzeug

Nach der medientheoretischen Sicht Marshall McLuhans werden Medien grundsätzlich als eine Verlängerung des menschlichen Körpers gesehen, die bestimmte Funktionen übernehmen und erweitern, beispielsweise die der Augen und Ohren (vgl. McLuhan 1964: 45f.). Auch Sigmund Freund bezeichnet den Menschen als einen Prothesengott, der Werkzeuge erstellt, um eigene Mängel auszugleichen und Grenzen zu überwinden (vgl. Freud 1930: 15f.). Ein herausragendes Beispiel für eine solchen Prothese stellt das Smartphone dar, da es fast jederzeit am Körper getragen werden kann, verschiedene Werkzeuge und Medien vereint und zusätzlich neue Möglichkeiten eröffnet. Mit ihm können Menschen mit weit entfernten Freund_innen kommunizieren, Gedächtnisinhalte in Form von Fotos, Text und Ton auslagern und jederzeit abrufen, sich an fremden Orten orientieren und generell in Sekunden an unterschiedlichste Informationen kommen.

Jugendliche, die am Smartphone sind, wird schnell unterstellt, dass sie sich damit isolieren würden, dies kann in Einzelfällen zutreffen, jedoch interagieren Jugendliche an Smartphones die meiste Zeit mit ihren Peers, also ihren Freunden und Gleichaltrigen (vgl. Welling 2017: 27). Jugendliche sehnen sich danach die Welt zu entdecken und soziale Vernetzung zu ihren Peers zu bekommen, die für sie zentral für soziale Beziehungen und Lebensweltorientierung ist (vgl. Welling 2008: 19ff.).Das Smartphone schafft diese Möglichkeiten von jedem Ort her. Dabei kann über Social-Media auch Vorbildern gefolgt, oder mit Menschen kommuniziert werden, die ansonsten unerreichbar wären.Die Jugendlichen entwickeln bei der Smartphone Nutzung ein unbewusstes gegenseitiges Verstehen, in dem sie einen gemeinsamen Erfahrungsraum schaffen (vgl. ebd. 41). Die gemeinsame Nutzung digitaler Medien schafft außerdem einen gemeinsamen Habitus, gemeinsame Orientierungen und Haltungen, bezogen u.a. „auf eine gemeinsame Sprache, eine gemeinsame Sozialisationsgeschichte und auf gemeinsame Sitten und Gebräuche“ (Schäffer 2003: 78). Dies wiederum verbindet die Jugendlichen untereinander in abgrenzbaren (auch digitalen) Räumen und trägt dazu bei, ihre sozialen Beziehungen zu „novellieren, zu vermitteln, zu mobilisieren, zu materialisieren sowie zu intensivieren.“ (Welling 2017: 23).

Das Smartphone stellt den Zugang zu einer sich immer stärker digitalisierenden Welt her. Welchen Nutzen diese Technologien bringen können wird gerade an der sogenannten Covid-19 Krise sichtbar, in der digitale Technologien ein wichtiges Werkzeug zur Vernetzung der Menschen bereitstellen, die sich ansonsten aufgrund von Kontaktbeschränkungen nicht begegnen könnten. Da weiterhin nicht alle Schüler_innen über einen Laptop oder Stand-PC verfügen, stellt das Smartphone nun auch für Schulen ein wichtiges Gerät dar, über dem die Kommunikation und Unterrichtsplanung, beispielsweise per E-Mail und Video-Telefonie aufrechterhalten werden kann. Es wäre in zukünftigen Forschungen sicher interessant herauszufinden, welchen Beitrag hier das Smartphone aktuell leistet.

2.6 Problematiken der Smartphone Nutzung

Durch seine oft allseitige Anbindung an das Internet und die Möglichkeit es in unterschiedlichsten Szenarios zu benutzen, ist die Nutzung des Smartphones nicht immer unproblematisch. Durch das einfache Erstellen von Fotos, Videos und Audioaufnahmen kann schnell gegen Datenschutzrechte, wie das Recht am eigenen Bild, verstoßen werden. Auch sind vielen Kinder und Jugendlichen die tatsächlichen und langfristigen Auswirkungen ihres Handelns im Netz nicht immer bewusst (vgl. Gatterer 2013: 52). Diese zu Medienkompetenzen zählenden Problematiken, wie das Wissen über die Rechte am eigenen Bild, sollten früh thematisiert werden. Dabei sollte nicht nur Rücksicht auf andere Menschen genommen werden, auch ein Bewusstsein für die eigenen Daten sollte geschaffen werden. Beispielsweise ist es ein Phänomen, dass zuvor geteilte intime Fotos an das Umfeld geteilt werden, wenn Vertrauensverhältnisse zerbrechen, wie beispielsweise am Ende einer Beziehung (vgl. ebd. 52). Ebenso können Bilder und Videos von Gewalt und Pornografie nicht nur schnell erstellt und verschickt werden, auch der Zugriff auf entsprechende Webseiten ist sehr einfach. (vgl. ebd. 52). Das Lästern, Beleidigen, Belästigen und Bedrohen findet immer häufiger über das Smartphone statt (vgl. ebd. 52). Diese Handlungen sind unter dem Begriff „Cyber-Mobbing oder Cyber-Stalking zusammengefasst. Weitere Probleme können durch problematische Vorbilder auf Social-Media beispielsweise bei Drogen, Gewalt, oder bei Körperbildern und Essverhalten entstehen. Auch suchtähnliche Verhaltensweisen können hinsichtlich der Smartphone Nutzung entstehen.

Sorgeberechtigte und Pädagog_innen sollten zur Vorbeugung und spätestens bei Problemen das Gespräch mit den Jugendlichen suchen und sich als fähige Ansprechpartner_innen positionieren. Dafür müssen sie jedoch selbst ein entsprechendes Wissen über Vorkommnisse, Probleme und Handlungsstrategien im digitalen Raum besitzen. In der Strategie der Kultusministerkonferenz 2016 Bildung in der digitalen Welt heißt es: „Durch eine pädagogische Begleitung der Kinder und Jugendlichen können sich frühzeitig Kompetenzen entwickeln, die eine kritische Reflektion in Bezug auf den Umgang mit Medien und über die digitale Welt ermöglichen.“ (KMK 2016: 11).

2.7 Der Bildungsauftrag der Schulen

Eine präzise Definition von Schulen ist aufgrund der unterschiedlichsten Schul- und Unterrichtsformen schwer. Nach Meyer (1997: 22) sind Schulen „Institutionen zur gemeinsamen und planmäßigen Erziehung und Unterrichtung der heranwachsenden Generation. Zur Sicherstellung dieser Aufgabe, besitzt jedes Bundesland das Recht und die Pflicht des Bildungsauftrags, der in den individuellen Schulgesetzen der Länder definiert ist, beispielsweise im Paragrafen zwei des Niedersächsischen Schulgesetz (§ 2 NschG). Um eine Vergleichbarkeit der Bildungsabschlüsse zu ermöglichen treffen sich die Kultusminister_innen der Länder jährlich auf der Kultusministerkonferenz (KMK), um sich auf gemeinsame Strategien und Ziele, sowie verbindliche Beschlüsse zu einigen. Hinsichtlich des Bildungs- und Erziehungsauftrages heißt es:

„Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule besteht im Kern darin, Schülerinnen und Schüler angemessen auf das Leben in der derzeitigen und künftigen Gesellschaft vorzubereiten und sie zu einer aktiven und verantwortlichen Teilhabe am kulturellen, gesellschaftlichen, politischen, beruflichen und wirtschaftlichen Leben zu befähigen. Dabei werden gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungsprozesse und neue Anforderungen aufgegriffen.“ (vgl. KMK 2016: 5)

In der Strategie Bildung in der digitalen Welt stellt die Kultusministerkonferenz fest, dass die zunehmende Digitalisierung aller Lebensbereiche einen wachsenden Einfluss auf die Menschen ausübt, betroffen sind besonders das Studium, der Beruf und das Privatleben (vgl. ebd.: 3). Ähnlich heißt es auch in der Strategie Niedersachsens zur digitalen Transformation – Masterplan Digitalisierung: „Die Digitalisierung wird unser Land in den nächsten Jahren weiter stark verändern. Alle gesellschaftlichen Bereiche werden erfasst.“ (Masterplan Digitalisierung 2018: 3). Um den steigenden digitalen Anforderungen gewachsen zu sein, brauchen Menschen deshalb vermehrt digitale Kompetenzen, um selbstbestimmte Mitglieder dieser, und zukünftiger Gesellschaften zu sein (vgl. KMK 2016: 3). Die KMK sieht die Schulen in der Verantwortung, allen Schüler_innen, die zum Schuljahr 2018/19 in die Grundschule eingeschult wurden, oder in die Sekundarstufe 1 eintraten, die Möglichkeiten zu geben, Medienkompetenzen zu erwerben (vgl. ebd. 59). An welchen Geräten besagte Digitalkompetenzen erworben werden sollen, bleibt aufgrund des Föderalismus im Bildungswesen die Entscheidung der Länder (vgl. ebd. 3). Niedersachsen etwa spricht von mobilen digitalen Geräten und setzt dabei hauptsächlich auf Tablets (vgl. Masterplan Digitalisierung 2018: 77f.). Sogenannte SmartSchools, wie die Oskar-Schindler-Gesamtschule Hildesheim, stellen hinsichtlich des Einsatzes digitaler Technologien Vorreiter dar. Sie setzen auf schnelles Breitband-Internet, über das Laptops, bzw. Tablets per W-Lan mit dem Schulnetzwerk vernetzt werden. Dabei kommunizieren die Geräte über das Schulnetz auch untereinander, was die Koordination der Geräte durch die Lehrer ermöglicht (vgl. Oskar-Schinder-Gesamtschule.de 2020). Es ist fraglich, wie schnell Schulen flächendeckend mit diesen Technologien ausgestattet werden. Zu bedenken ist auch, dass „förderungslohnendere“ Schulen, etwa Gymnasien, zum Teil eher Gelder für besagten Technologien bekommen, als andere Schulen. Auch das Konzept Bring your own Device, dass an den SmartSchools häufig verfolgt wird, birgt eine ähnliche Problematik in sich. Eltern höherer Schichten können es sich eher leisten, ihre Kinder mit Laptops oder Tablets auszustatten, als finanziell schlechter ausgestattete Schichten.Das Smartphone ist dagegen bei Jugendlicher aller Schichtzugehörigkeiten etwa gleich verbreitet (vgl. Jim-Studie 2019: 9). Statt die bereits vorhandene Technologie Smartphone einzusetzen, setzt die Schule stattdessen auf solche, die dem herkömmlichen Schulunterricht eher entsprechen und leichter zu kontrollieren sind, wie Laptops oder Tablets.

2.8 Einsatzmöglichkeiten des Smartphones im Schulunterricht

Aufgrund ihrer Mobilität sind Smartphones besonders für das mobile- und ortsunabhängigen Lernen, sowie für die Kommunikation im Klassenverbund geeignet. Dazu im Folgenden einige Beispiele. Für die Kommunikation im Klassenverband ermöglicht das Smartphone den schnellen Austausch von Arbeitsblättern, Hausaugaben, Lösungen, sowie wichtigen Terminen und Informationen. Partnerschaftlichkeit, Solidarität, sowie das verantwortungsbewusste Arbeiten im Team als Zielvorstellung modernen Unterrichts können damit gefördert werden (vgl. ebd. 49). Für ortsunabhängiges und mobiles Lernen bieten sich ebenfalls zahlreiche Einsatzszenarien an; Mit seiner Verbindung zum Mobilen Internet und W-Lan ist das Smartphone dazu geeignet, das Recherchieren und Zusammentragen von Informationen aus dem Internet in die Unterrichtsplanung jedes Schulfaches zu integrieren. Dabei wäre zu diskutieren, ob die Schule W-Lan anbieten kann, oder wie mit den Kosten für Mobile Daten umgegangen werden soll. Für das einfache Nachschlagen von Informationen auf textbasierten Webseiten fallen häufig nur wenige Megabyte an Daten an, dennoch sollte eine Benachteiligung von Schüler_innen mit keiner, oder nur geringer mobiler Datenflat verhindert werden. Denkbar wäre es, mobile W-Lan Router mit Anbindung an mobiles Internet zu finanzieren, oder den Schüler_innen Sim-Karten mit kleinen Datenpacketen für die Schule zur Verfügung zu Stellen. Datentarife für beispielsweise 3 Gigabyte pro Monat sind mittlerweile ab 5€ Monatlich zu bekommen (vgl. handytarife.check24 14.06.2020). So könnte der kritische Umgang mit Quellen und die Informationssuche im Internet in den Unterricht integriert werden. Auch abseits des mobilen Internets bietet das Smartphone Potentiale. Im Deutschunterricht könnte das Smartphone zum Erstellen von Audio-Beiträgen genutzt werden. Im Englischunterricht könnte es als Wörterbuch dienen. Im Sportunterricht als Kamera, um Bewegungsabläufe zu filmen und zu untersuchen. Im Kunstunterricht, oder Religion- bzw. Werte-und Normen Unterricht könnten mit dem Smartphone kleine Kunstfilme und Interviews mit sozialem Bezug hergestellt werden. Im Geologieunterricht könnte das Smartphone als Geo-Caching Device in der Natur, oder zum Betrachten von 3D Karten dienen. Im Biologie-Unterricht zum Betrachten von 3D Animationen biologischer Abläufe im Körper, sowie Zellen und Körperteilen. Im Informatik Unterricht können auf Smartphones einfache Programme geschrieben werden. Im Mathematikunterricht könnte es den Taschenrechner ersetzen und dabei deutlich aufwändigere und detailliertere Graphiken anzeigen als die bisherigen Modelle. Im Chemie- und Physikunterricht könnt es ebenfalls als Taschenrechner, zum Betrachten von 3D Modellen, oder als Mini-Labor zum Experimentieren und Messen genutzt werden. In den genannten Szenarios kommen dabei oft die Sensoren des Smartphones zur Hilfe, die mit speziellen Apps über ihre ursprünglich gedachten Anwendungsgebiete hinaus genutzt werden können und dabei das Gerät im Zusammenhang mit der Mobilität und Akkulaufzeit von herkömmlichen Laptops differenzieren. Dazu gehören beispielsweise Mikrofon und Kamera, Navigationssensoren wie Kompass und GPS, Beschleunigungs- Magnetfeldstärke- und Helligkeitsstärkesensor (vgl. Klein, Kuhn & Müller 2017: 328). Weiterhin können über die Schnittstellen des Smartphones Sensoren für Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, oder auch für Körperwerte wie Sauerstoffsättigung des Blutes und Puls, angeschlossen werden. In jedem Unterrichtsfach lassen sich vielfältigste Anwendungsbereiche für Smartphones finden, die zur Methodenvielfalt des Unterrichtes beitragen und ihn abwechslungsreicher gestalten. Sinnvoll angewendete Methodenvielfalt kann das Interesse und die Motivation der Schüler_innen erhöhen und damit den Lernerfolg steigern (vgl. Gatterer 2013: 42).

2.9 Lernen im Wandel

Das Smartphone hat im Schulunterricht bisher allgemein ein Nischendasein. Laut einer Studie von Bitkom sind Smartphones derzeit in mehr als der Hälfte der Schulen (54%) verboten. (Bitkom.org 2019) Bei 45 Prozent der Schulen sind Smartphones nur bei bestimmten Lehrer_innen verboten, bei 43 Prozent nur in bestimmten Fächern. Obwohl 98 Prozent der Lehrer_innen und 93 Prozent der Schüler_innen ein Smartphone besitzt, setzen es nur 10 Prozent der Lehrer_innen im Unterricht ein – davon wiederum acht Prozent nur in Ausnahmefällen (vgl. Bitkom.org 2019; Jim-Studie 2019: 7).

Häufig liegt bei dem Lehrpersonal die Meinung vor, dass die genannten Problematiken der Smartphone Nutzung die Vorteile im Schulunterricht überwiegen (vgl. Gatterer 2013: 51f.). Überhaupt scheint der effektive Nutzen im Unterricht fraglich zu sein. So kommt die Studie  der London School of Economics and Political Science (2015) zu dem Schluss, dass die Anwesenheit von Smartphones im Schulunterricht die Ablenkung der meisten Schüler_innen erhöht und ihre Produktivität mindert, selbst wenn die Schüler_innen selbst kein Smartphone benutzen (Beland & Murphy 2015. 3). Das Verbot von Smartphones im Unterricht führte dagegen zu einem durchschnittlichen Anstieg der Noten in Tests von 6.41 Prozent (vgl. ebd. 3). Dabei war der Effekt nur signifikant, wenn das Smartphone Verbot einheitlich durchgesetzt wurde. Hervorzuheben ist, dass besonders die leistungsschwächeren Schüler_innen am meisten von dem Verbot profitierten. Schüler_innen im untersten Viertel des Klassennotendurchschnittes erhöhten ihre Noten um 14.23 %, während bei Schüler_innen im obersten Viertel kein signifikanter Effekt nachweisbar war (vgl. ebd. 3). Die Studie kommt zu dem Schluss, dass das Smartphone Verbot die Leistungsdifferenzen von Schüler_innen reduzieren kann, da es keinen positiven oder negativen Einfluss auf die Noten der besseren Schüler hat, jedoch einen positiven Einfluss auf die Noten der schwächeren Schüler_innen. Eine weitere Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Schüler_innen, die während des Schulunterrichtes ihr Smartphone in Unterrichtsstunden für Social-Media nutzten schlechter Informationen speicherten und abruften, als die Kontrollgruppe ohne Smartphone. Dafür sollten zu einem aufgezeichneten Vortrag Notizen erstellt werden, anschließend wurde getestet, wieviel Wissen aus dem Vortrag behalten worden war. Schüler_innen ohne Smartphones erhielten 10 bis 17 Prozent höhere Noten im Test und erreichten 50 Prozent höhere Werte auf ihre Notizen (vgl. Kuznekoff, Munz & Titsworth (2015: 3).

Unter der Berücksichtigung der Notwendigkeit des Lehrens von Medienkompetenz können solche Studien jedoch gerade in der Hinsicht verstanden werden, dass gerade die leistungsschwächere Schüler_innen Medienkompetenzen benötigen, um in einer digitalisierten Gesellschaft effektiv, ohne sich ablenken zu lassen, lernen und arbeiten zu können. Mit einem Smartphone Verbot im Unterricht überlässt die Schule stattdessen die Vermittlung und Aneignung entsprechender Kompetenzen den Jugendlichen und ihren Erziehungsberechtigten. Damit perpetuiert sie Benachteiligungen der Jugendlichen, beispielsweise aufgrund unterschiedlicher sozio-ökonomischer familiärer Herkunft. In einer digitalisierten Wissensgesellschaft stellt Medienkompetenz (die Digitalkompetenz miteinschließt) eine Schlüsselkompetenz dar, die bereits in der Schule erworben werden sollte, auch wenn sie aufgrund der schnellen technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen lebenslang erweitert werden muss (vgl. Schnoor 2001: 207).

Als vielseitig einsetzbares und angeblich schwer zu kontrollierendes Gerät ruft das Smartphone häufig Unsicherheiten bei den Lehrer_innen und Eltern hervor (vgl. Gatterer 2013: 51). Dies führt zu einem bewahrpädagogischen Ansatz der Schule (vgl. ebd. 51f.). Eine Umstrukturierung der didaktischen Methoden, hinsichtlich eines effektiven Einsatzes der Geräte scheint damit zunächst nicht umsetzbar zu sein. Für den Einsatz der multimedialen Möglichkeiten des Smartphones würden entsprechende technische Kompetenzen nicht nur bei den Schüler_innen, sondern auch beim Lehrpersonal vorausgesetzt werden. Die Befürchtung sich vor den Schüler_innen im Umgang mit den Geräten zu blamieren, bis hin zu einer eventuellen Wegrationalisierung der Lehrperson durch technische Geräte ist alt und wird mit jedem neuen Unterrichtsmedium neu aufgestellt (vgl. ebd. 49). Dabei sollte es jedoch außer Frage stehen, dass sich mit einem Wandel der Gesellschaft auch die Schule, beziehungsweise Lehrer-Lerner Rollen verändern.  Hinsichtlich Smartphones müsste, statt auf allgemeine Probleme zu verweisen, der Fokus darauf liegen, entsprechende Medienkompetenz zu unterrichten, die einem effektiven Einsatz des Smartphones ermöglichen (vgl. ebd. 49f.).  Damit wird die These aufgegriffen, dass sich Schulunterricht mit dem Einsatz moderner Technologien verändern muss, da Technologien wie das Smartphone neue Zugänge zu Wissen bieten und Schüler_innen lernen müssen, diese produktiv zu nutzen (vgl. ebd. 49ff.). Damit steht auch die Schuldidaktik vor einem Paradigmenwechsel. Mit neuen Medien verändert sich nicht nur das Lernen, sondern auch die Rolle der Lehrenden. Aus Wissensvermittler_innen werden immer häufiger Kompetenzvermittler_innen, die Schüler_innen beratend zur Seite stehen, und sie zum selbstgesteuerten Lernen befähigen (vgl. Kerres & Keil-Slawik 2003: 32). Durch die Möglichkeit moderner digitaler Medien kann das das Lernen reine Lernen von Informationen nicht mehr im Fokus des Lernens stehen (vgl. ebd. 120ff.). Stattdessen gilt es, den Schüler_innen Kompetenzen an die Hand zu geben, damit sie den Informationsfluss bewältigen, sortieren, selektieren und vernetzen können (vgl. Gatterer 2013: 50). Die Auswahl von Informationen und das Abschätzen der Vertrauenswürdigkeit von Quellen sind wichtige Kompetenzen in Wissensgesellschaften und ihrer Berufswelten (vgl. ebd. 38, 53). Laut Schnoor (2001: 207) ist eine der Schlüsselqualifikationen in der Wissensgesellschaft das lebenslange Lernen. Dazu braucht es Kompetenzen des Selbstständigen und verantwortungsvollen Lernens (vgl. ebd. 49ff.).

3. Fazit

Neue Medien stellen stets neue Herausforderungen, aber auch neue Potentiale an das Lernen. Dabei bleibt zu bedenken, dass solche neuen Technologien selten eindeutig gut oder schlecht sind. Es gilt stets, einen sinnvollen, beziehungsweise produktiven Einsatz herauszufinden. Smartphones bieten vielfältige Potentiale, die im Unterricht genutzt werden können. Mit ihnen können Schulen schon jetzt praktisch Medienkompetenzen lehren die als Werkzeug für selbstständiges Lernen dienen. Dabei würden Alltagswelterfahrungen Jugendlicher in der Schule aufgegriffen und Schüler_innen auf tatsächliche Herausforderungen der modernen Wissensgesellschaft vorbereitet. Die Nutzung des Smartphones könnte dabei über das Lernen von Medienkompetenzen hinaus zu einem Neuverständnis und Verbesserung von Lernen, sowie der Lehrer-Lerner Beziehung beitragen. Dabei schafft es Methodenvielfalt und bietet neue Möglichkeiten der Vernetzung und des Arbeitens im Team. Aktuell in der sogenannten Corona-Krise ist anschaubar, welche Potentiale dem Smartphone innewohnen. Dabei wird das Smartphone nicht als Ersatz des bisherigen Lernens und Unterrichtes, sondern als Veränderung und Ergänzung gesehen. Es bleibt zu untersuchen, wie stark die Selbstregulierung der Schüler_innen durch Smartphones für schulisches Lernen strapaziert wird, da das Smartphone auch viele Ablenkungsmöglichkeiten und jugendgefährdenden Handlungspraxen ermöglicht.  Auch deshalb sollte die Schule entsprechende Medienkomptetenzen mit dem Smartphone unterrichten, denn Schüler_innen interagieren ohnehin mit den Geräten. Entsprechende Kompetenzen der Lehrer_innen und Regeln zum Smartphone Einsatz bleiben Voraussetzungen für den Schuleinsatz und müssen ausgebaut werden. Zu untersuchen bleibt außerdem die Effektivität des Smartphones in unterschiedlichsten Unterrichts- und Lernsituationen, sowie mögliche Risiken und Problematiken. Für genauere Aussagen hinsichtlich dieser Thematiken sollten vermehrt Studien zur Smartphone Nutzung in der Schule geführt werden, da sich viele der bisherigen Studien auf die Laptop- oder Tablet Nutzung in Schulen beschränken.

4. Literaturverzeichnis

Bücher

Bachmair, B. (2009): Medienwissen für Pädagogen. Medienbildung in riskanten Erlebniswelten. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Bastian, J., Aufenanger, S. (Hg.) (2017): Tablets in Schule und Unterricht. Forschungsmethoden und -perspektiven zum Einsatz digitaler Medien. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH. Wiesbaden: Springer VS.

Belwe, A., Schutz, T., (2014): Smartphone geht vor. Wie Schule und Hochschule mit dem Aufmerksamkeitskiller umgehen können, Bern: hep Verlag AG.

Branz, P. (2009): Effizienz und Effektivität von Marketingkooperationen. Lohmar-Köln: Josef Eul Verlag GmbH.

Gatterer, C. (2013): Mobile learning – Smartphones im Unterricht. Eine Studie über die effektive Nutzung von Smartphones im Unterricht in der Sekundarstufe 1, Saarbrücken: Akademikerverlag GmbH & Co. KG.

Kerres, M., Keil-Slawik, R. (2003): Wirkungen und Wirksamkeit neuer Medien in der Bildung. Münster Waxman Verlag GmbH.

Klein, P., Müller, A. & Kuhn, J. (2017). KiRC inventory: Assessment of representational competence in kinematics. Phys. Rev. Phys. Educ. Res. 13, 010132.

McLuhan, H. M. (1964): Understanding media. The extensions of man. 4. print. New York: New American Library (A Signet Book, Publ. by the New American Library, Q 3039).

Meyer, H. (2004): Was ist guter Unterricht? Frankfurt am Main: Cornelsen Verlag.

Schäffer, B. (2003): Generation – Medien – Bildung. Medienpraxiskulturen im Generationsvergleich. Opladen: Leske+Budrich.

Schnoor, D. (2001): Neue Medien: Wie Schulen eine neue Lernkultur entwickeln können. In: Herzig, Bardo (2001): Medien machen Schule. Grundlagen, Konzepte und Erfahrungen zur Medienbildung. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

Welling, S. (2008): Computerpraxis Jugendlicher und medienpädagogisches Handeln. München: Kopaed.

Welling, S. (2017): Methodisch-methodologische Perspektiven für die Forschung zum Lernen und Lehren mit Tablets. In: Aufenanger, S., Bastian, J. (Hrsg.) Tablets in Schule und Unterricht (15-36) Wiesbaden: Springer VS.

Internetquellen

Beland, L., Murphy, R. (2015): III Communication: Technology, Distraction & Student Performance. CEP Discussion Paper No 1350. London: Centre for Economic Performance, London School of Economics and Political Science. Online unter: http://cep.lse.ac.uk/pubs/download/dp1350.pdf [06.07.2020].

Bitcom.org (16.04.2019): Deutsche Schulen sind Smartphone-freie Zonen. Online unter: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Deutsche-Schulen-sind-Smartphone-freie-Zonen. [10.06.2020].

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Verfasst von: Leonard Wehrmann

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